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Feldversuch mit Lang - LKW

Innovative Nutzfahrzeugkonzepte im Freistaat Sachsen

Vor dem Hintergrund des prognostizierten Verkehrswachstums, insbesondere des erwarteten Anstiegs des Güterverkehrsaufkommens in Deutschland um 70 Prozent bis 2025 im Vergleich zum Jahr 2004 (Quelle: BMVBS) sind unter anderem weitere Innovationen im Bereich der Verkehrsträger notwendig. Die umfassende Untersuchung längerer Fahrzeugkonzepte wie dem Lang-Lkw kann einen Beitrag dazu leisten. Das Sächsische Verkehrsministerium hat sich auf Bundesebene aktiv dafür eingesetzt, den Feldversuch zu ermöglichen. Gerade als Logistik- Standort sieht der Freistaat Sachsen darin ein großes Potential

Der Lang-LKW

In dem Feldversuch wird eine Vielzahl von Fahrzeugkombinationen mit einer Länge bis maximal 25,25 m als Lang-Lkw erprobt (derzeitiges Höchstmaß 18,75 m). Diese sind dabei durchgängig mit bereits am Markt verfügbaren aktiven und passiven Sicherheitssystemen auszurüsten (Elektronisches Fahrdynamiksystem ESP, Spurhaltewarnsystem, Automatisches Abstandsregelsystem oder Notbremsassistent, etc.). Das zulässige Gesamtgewicht von Lang-Lkw unterscheidet sich nicht von anderen Nutzfahrzeugen. Für alle gilt eine Begrenzung auf maximal 44 Tonnen im kombinierten Verkehr auf Schiene / Straße.

Eine Erhöhung der zulässigen Achslasten oder Gesamtgewichte soll mit dem Feldversuch gerade in Hinblick auf Infrastruktur- und Verkehrssicherheitsaspekte ausdrücklich nicht verbunden sein. Es wird daher keine 60-Tonner, keine „Gigaliner“ oder „Monstertrucks“ bis 26,50 m Länge geben.

Der Feldversuch

Die Anforderungen an den Feldversuch werden in einer Ausnahmeverordnung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gesetzlich festgeschrieben:

  • Regelung der Anforderungen an Fahrer und Fahrzeuge
  • Festlegung des Streckennetzes für den Versuchszeitraum
  • Wissenschaftliche Begleitung durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Verbot des Transportes von Gefahrgut sowie flüssiger Ladung
  • Generelles Überholverbot für Lang-Lkw
  • Einsetzbarkeit aller im Versuch verwendeter Fahrzeuge, Fahrzeugkomponenten oder Ladungsträger im    kombinierten Verkehr

Der Feldversuch begann Anfang 2012 und ist auf fünf Jahre begrenzt werden. Die Fahrzeuge werden ausschließlich auf freigegebenen Relationen überwiegend im Bundesfernstraßennetz verkehren. Der Feldversuch soll mit einer wissenschaftlichen Beurteilung abgeschlossen werden, in welcher Chancen und Risiken von längeren Fahrzeugen wissenschaftlich bewertet werden. Insbesondere wird überprüft werden, ob der Lang-Lkw auf dem Verkehrsträger Straße effizienter und umweltschonender einsetzbar ist ohne dass Verlagerungseffekten zwischen den Verkehrsträgern Schiene und Straße entstehen und welche Auswirkungen sich auf die Verkehrssicherheit ergeben.

Um ein Höchstmaß an Sicherheit im Versuch zu gewährleisten sind die Fahrzeuge mit entsprechenden Sicherheitssystemen auszurüsten. Auch die Anforderungen an die Fahrer entsprechen diesen strengen Vorgaben. Diese müssen beispielsweise langjährig im Besitz der entsprechenden Fahrerlaubnis sein, zudem eine nachzuweisende fünfjährige Berufspraxis im Straßengüter- oder Werkverkehr besitzen. Auch die Kriterien für Ladung und Streckenauswahl genügen den Vorgaben. Voraussetzung für die Teilnahme ist ferner ein spezieller Einweisungslehrgang und ein technisches Gutachten zum einzusetzenden Fahrzeug.

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